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BAföG als Mittel zur Studienfinanzierung

Schnellhefter mit Wer Bafoeg beantragt, sollte frühzeitig alle Dokumte zusammen haben
Wer BAföG beantragt, sollte frühzeitig alle Dokumente zusammen haben.

Viele Studenten erhalten von ihren Eltern nur einen kleinen monatlichen Zuschuss. Sie sollen lernen, mit ihrem eigenen Geld umzugehen. Leider hat die Sache einen Haken: Was tun, wenn kein Geld vorhanden ist? Es beginnt die Suche nach einer alternativen Finanzierungsquelle. Weit über 60 Prozent der Studenten gehen während ihres Studiums arbeiten und nehmen damit eine längere Studiendauer in Kauf. Daher lohnt es sich vorher zu prüfen, ob ein Recht auf Förderung besteht. Der Staat fördert Studenten mit BAföG und hilft ihnen dabei, diese finanziell schwere Zeit zu überbrücken. Heutzutage gibt es bereits über 860.000 BAföG-Empfänger - Tendenz steigend!

Wer erhält BAföG?

Der Grundgedanke der staatlichen Ausbildungsförderung besteht darin, sozial benachteiligte Studenten zu fördern. Sollten die Eltern über einen hohen finanziellen Spielraum verfügen, erhält der Antragsteller nicht den vollen Satz. Derzeit liegt der Höchstsatz bei 86 €/Monat, der einen Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag enthält. Dieser Aspekt ist für ältere Studenten enorm wichtig, da mit Vollendung des 25. Lebensjahres die kostenlose Familienversicherung bei den Eltern entfällt. Somit kümmert sich das BAföG sogar um diesen finanziellen Sonderfall und ist auch für ältere Studenten attraktiv.

Zinsloses Staatsdarlehen und Zuschuss

Überweisungsträger StudiengebührenStudiengebühren gibt es zwar nicht mehr, dennoch haben Studenten einige Kosten
Studiengebühren gibt es zwar nicht mehr, dennoch haben Studenten einige Kosten.

Die Förderung erfolgt zum Teil als zinsloses Staatsdarlehen, der andere Teil besteht aus einem Zuschuss in gleicher Höhe. Es lohnt sich auf jeden Fall einen Antrag zu stellen, auch wenn die Eltern besser verdienen. Schließlich muss nur die Hälfte zurückgezahlt werden, höchstens jedoch 10.000 €. Viele Studenten schrecken davor zurück, da sie bei BAföG sofort an einen Kredit denken. Ja, es besteht zum Teil aus einem zinslosen Darlehen, dafür ist der andere Teil immer "geschenkt"! Sollte der BAföG-Antrag bewilligt werden, wird über die Regelstudienzeit gefördert. Es gelten die Angaben der jeweiligen Hochschule. Sieht sie 10 Semester für das Studium vor, kann der Antragsteller für diesen Zeitraum sicher planen - sofern sich die familiäre finanzielle Situation nicht drastisch wandelt. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden, damit das Studentenwerk die neuen Angaben auswerten kann. Wer früher gefördert wurde, muss sich im Normalfall absolut keine Sorgen um seinen Folgeantrag machen.

Altersgrenzen

Auch Altersgrenzen musst Du berücksichtigen: Das Studium, für welches Du BAföG beantragst, muss vor dem 30. Geburtstag begonnen werden. Von diesen Altersgrenzen sind Personen, welche über den zweiten Bildungsweg zum Studium gelangt sind, ausgenommen. Auch familiäre oder persönliche Faktoren, wie z. B. Krankheiten oder Kindererziehungszeiten können eine Ausnahme rechtfertigen.

Erstausbildung und Bildungsinländer

Außerdem muss Dein Studium eine Erstausbildung sein, das heißt, Du darfst davor keine andere Ausbildung oder bereits ein Studium abgeschlossen haben. Du musst außerdem „Bildungsinländer“ sein, also entweder die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines EU-Mitgliedsstaates erhalten. Auch eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung kann Dich eventuell zu einer BAföG-Förderung berechtigen.

Die Antragstellung

Kein Weg führt am Studentenwerk vorbei. Dieser öffentliche Träger ist meistens für die Bearbeitung der eingehenden Anträge verantwortlich. Jede Hochschule verfügt über eine eigene BAföG-Abteilung mit persönlichen Sachbearbeitern. Diese stehen für alle Fragen zur Verfügung und beantworten diese in festgelegten wöchentlichen Sprechstunden. Größere Hochschule sind sogar mit einem eigenen Info-Point ausgestattet, der mehrere Stunden täglich geöffnet ist. Dort können alle relevanten Formulare abgeholt werden.

Rechtzeitig einreichen

Eine rückwirkende Förderung gibt es nicht. Wer seinen Antrag erst im November stellt, erhält für Oktober kein BAföG nachgezahlt - trotz bestehendem Anspruch! Was tun, wenn einige Formulare auf sich warten lassen? In diesem Fall genügt ein formloser Antrag, der das Studentenwerk rechtzeitig im Oktober erreicht. Die meisten Hochschulen haben ihr Wintersemester auf den 01.10 bis 31.03 datiert, das Sommersemester dauert demzufolge vom 01.04 bis 30.09 eines jeden Jahres. Im Normalfall schließt die Förderung zwei Semester mit ein und muss im oberen Beispiel spätestens im Monat Oktober eingehen. Wer sein Geld rechtzeitig erhalten möchte, sollte den Antrag jedoch 2-3 Monate früher stellen.

Wichtige Angaben

Gefördert werden kann nur, sobald die Unterlagen vollständig eingegangen sind. Welche Angaben erfordert die Antragstellung? Zunächst einmal werden die persönlichen Daten benötigt, inklusive eines eigenen Bogens für beide Elternteile. Dabei wird die finanzielle Situation dieser drei Beteiligten durchleuchtet. Es ist von großer Bedeutung, ob der Student noch daheim bei seinen Eltern wohnt oder nicht.

Wichtige Verdienstgrenzen

bafög
Verdienst Du als Student zu viel, musst Du einen Teil des BAföG wieder zurückzahlen.

Vorsicht: Die Ausbildungsförderung orientiert sich an den Semesterangaben der Hochschule und nicht am Kalenderjahr! Daraus können sich finanzielle Schwierigkeiten ergeben. Es gilt den Bewilligungszeitraum (BWZ) zu beachten. Bei Universitäten geht dieser vom 01.10 bis zum 31.09. eines jeden Jahres. Die Verdienstgrenze liegt derzeit bei 5.400 € pro BWZ. Für das Studentenwerk zählt nur die gesamte Summe als solche. Der Student kann den vollen Betrag in einem Monat innerhalb des BZW verdienen - das ist völlig in Ordnung! Genauso kann er seinen Verdienst beliebig über mehrere Monate verteilen. Wichtig ist nur, dass sich diese Monate innerhalb des Bewilligungszeitraumes befinden. Endet der BWZ am 31.09 und die Einnahmen fließen am 24.10 auf das Konto des Studenten ein, werden sie im neuen BWZ angerechnet. Hierbei gilt es das Kalenderjahr zu beachten. So können beim Finanzamt Steuern fällig werden und beim BAföG-Amt nicht.

Zu hoher Verdienst

Was passiert, wenn der Student zu viel verdient? Hochgerechnet muss er für jeden verdienten Euro 0,785 € zurückzahlen. Das kann ziemlich schnell der Fall sein, wenn man einige gesetzliche Vorgaben missachtet. So dürfen selbstständige Studenten höchstens 4.221 € verdienen. Bezieher der Übungsleiterpauschale dürfen sich freuen, sie dürfen den Betrag von 2.400 € weiterhin steuerfrei auf ihr BAföG anrechnen. Sollte ihre ehrenamtliche Tätigkeit genau 2.400 € einbringen, dürfen sie zusätzlich den Höchstsatz der nichtselbstständigen oder selbstständigen Arbeit ausschöpfen. Stipendien bleiben bis zu 300 €/Monat anrechnungsfrei, sofern sie leistungs- und begabungsbezogen erteilt wurden.

Sparen mit BAföG

Lohnt es sich als BAföG-Empfänger zu sparen? Ja, aber nur bis zu einer Summe von 7.500 €. Dieser Betrag ist anrechnungsfrei und daher für das Studentenwerk nicht von Interesse. Sollte der Antragsteller beispielsweise 8.000 € auf seinem Konto besitzen, wird jeder überschüssige Euro (hier: 1.800 €) auf den nächsten BWZ angerechnet und durch die Anzahl der Monate dividiert. Somit erhält der Student jeden Monat weniger Geld.

Konditionen bei der Rückzahlung

Früher oder später ist das Studium beendet, wird jetzt der gesamte Betrag auf einmal fällig? Nein, zum Glück nicht. Die erste Rate muss 5 Jahre nach Ende des Studiums beglichen werden, Aufschiebungen sind möglich. Sie erfolgt vierteljährlich und beträgt mindestens 315 €. Wer seine Schulden auf einmal bezahlen möchte, erhält auf Antrag einen Teilerlass. Es lohnt sich, die gesamte Summe auf einmal zu begleichen - sofern das Geld zur Verfügung steht. Die Tilgung muss innerhalb von 20 Jahren erfolgen.

BAföG und Master?

Bachelor Studium
Auch beim Master musst Du nicht auf BAföG verzichten.

Die Förderung eines Master-Studiums setzt einen Bachelor-Abschluss voraus – und nur genau den! Ein anderweitiger Hochschulabschluss wird nicht gefördert, was insbesondere beim Diplom eine hohe praktische Relevanz hat. Das Master-Studium muss berufsqualifizierend sein und über eine Regelstudienzeit von zwei bis vier Semester verfügen. Längere Studienzeiten sind aus eigener Tasche zu bezahlen, jedoch nur in Höhe der Anzahl der überschüssigen Semester (alles über zwei Studienjahre). Der Gesetzgeber sieht einen nahtlosen Übergang zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen vor. Die Übergangsregelung aus § 15 b Abs. 2 BAföG erlaubt eine Wartezeit von einem Monat zwischen Ende des Bachelors und Aufnahme des Masterstudiengangs. In der Praxis gestaltet sich das äußerst kompliziert, da die Prüfungsleistungen bereits einige Monate vorher vollendet sein können. Hier entsteht eine Förderungslücke von mehreren Monaten, bis BAföG wieder gewährt wird.

Altersgrenzen beim Master

Laut § 10 Abs. 3 BAföG wird Ausbildungsförderung im Bachelor-Studiengang nur bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres geleistet. Am 01.10.2010 trat eine Änderung in Kraft, die das Höchstalter für Master-Studenten auf 35 Jahre anhob. Ausnahmen können sich nur aus persönlichen oder familiären Gründen ergeben, wie der Erziehung von Kindern bis zu einer Altersgrenze von 10 Jahren. Es muss sich um eine einschneidende Veränderung der persönlichen Umstände handeln, die den Abschluss einer berufsqualifizierenden Ausbildung unmöglich machen.

Studieren im Ausland

Ein Masterstudium kann nur in der EU oder in der Schweiz aufgenommen werden. Nach § 7 Abs. 1 BAföG ist die Aufnahme eines Studiums in einem anderen Staat nicht förderungsfähig. Somit ist es dem Studenten möglich, seinen Bachelor im europäischen Ausland fortzusetzen und Ausbildungsförderung zu erhalten, jedoch mit einer eingeschränkten Auswahl an Ländern.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Die Förderung wird zu einem Teil als Zuschuss und zum anderen Teil als Staatsdarlehen erbracht. Bei der Rückzahlung gelten die gleichen Grundsätze wie einem Staatsexamen- oder Bachelorabschluss, das heißt, es muss nur das Staatsdarlehen zurückgezahlt werden. Es kommen jedoch einige Besonderheiten hinzu, da der Master direkt auf den Bachelor folgt. Beide Studiengänge sind separat zu betrachten. Wer gute Leistungen erbringt, kann einen Teilerlass auf die Darlehensverbindlichkeit im jeweiligen Studiengang beantragen. Die Vergünstigungen werden für Bachelor und Master getrennt voneinander gewährt. Aufgrund von zeitlichen Fristen können sich unterschiedliche Rückzahlungszeitpunkte ergeben. Das Darlehen auf die Bachelor-Ausbildung wird fünf Jahre nach Beendigung des Studiengangs fällig, was auch analog für Masterstudiengänge gilt. Die Rückzahlungsobergrenze beträgt 10.000 € (Summe aus Bachelor- und Masterstudiengang). Dieser Betrag ist zum Vorteil des Studenten, da er in beiden Studiengängen deutlich mehr Geld erhalten kann. Bei geringeren Förderbeträgen werden die Verbindlichkeiten aus Bachelor- und Masterstudiengang addiert und müssen bis zur Obergrenze zurückgezahlt werden.

Alternative Studienkredite

Aktenordner Fördermittel Hast Du keinen Anspruch auf BAföG, dann ist vielleicht ein Studienkredit das Richtige für Dich.

Was tun, wenn der Staat kein BAföG gewährt? In diesem Fall bleibt nur noch der Studienkredit übrig. Hierbei nimmt der staatliche KfW-Studienkredit die Vorreiterrolle ein, gefolgt vom Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Private Banken vergeben ebenfalls derartige Kredite. Der Vorteil besteht darin, dass die finanzielle Situation überhaupt keine Rolle spielt. Im Normalfall beträgt die Förderung etwa 300 € pro Monat. Jedoch muss der Studienkredit in seiner vollen Höhe beglichen werden, während das BAföG-Amt höchstens 50 Prozent zurückfordert. Gerade bei privaten Anbietern fallen die Zinsen deutlich höher aus als bei staatlichen Angeboten. Ein solcher Studienkredit sollte daher nur in einer wichtigen Phase in Anspruch genommen werden, zum Beispiel kurz vor dem Examen.

Studentenkredit bei Privatbanken

Möchte man wiederum bei einer Bank einen Studienkredit in Anspruch nehmen, muss man Zinsen zahlen, die allerdings deutlich niedriger sind als bei normalen Darlehen. Zudem kann man nur bei Banken einen Studentenkredit gewährt bekommen, die mit der KfW-Förderbank zusammenarbeiten. Hierzu gehört etwa die Deutsche Bank, die mit Zinskonditionen von rund sechs Prozent einen entsprechenden Kredit gewährt. Die Tilgungshöhe beim Studienkredit, der über eine mit der KfW-Bank kooperierenden Bank in Anspruch genommen werden kann, hängt von der Studiendauer und dem Rückzahlungszeitpunkt ab. Auch kann man bei früherer Rückzahlung den Festzinssatz von sechs Prozent senken. Der maximale Rückzahlungsbeginnzeitpunkt fällt drei Monate nach dem Berufsstart an. Der Studentenkredit von Banken in Form eines Studentenkredites ist ferner mit einer Maximaldauer von fünf Jahren behaftet.

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